aktuelles vom AK-Asyl

Sommerfest auf dem Holderhof Juli 18



Team „Café International“ organisiert ein Sommerfest auf dem Holderhof
Als Begegnungstermin nicht mehr wegzudenken - unser „Café International“. Als Abschluss vor der Sommerpause organisierte unser Team „Cafe International“ ein wunderschönes Sommerfest auf dem Holderhof.

Über 40 Geflüchtete waren der Einladung gefolgt und auch viele des AK-Teams waren vor Ort und unterhielten sich rege mit den Anwesenden über alltägliche Dinge. Deutsch ist zwischenzeitlich die verbindende Sprache für die Menschen aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Die Kinder genossen die Spielmöglichkeiten auf dem Holderhof und auch für Essen und Getränke war ausreichend gesorgt, denn alle haben zum Begegnungstermin was mitgebracht. Vielen Dank an Anne Zentmaier vom Holderhof und unserem Organisationsteam.

 

 


 
Kurze Infos vom AK-Asyl Ingersheim allgemein:

Es leben aktuell 84 Menschen mit Flüchtlingsstatus in Ingersheim, 38 Erwachsene und 46 Kinder. Einige davon haben selbst eine Wohnung gefunden, andere sind über die Gemeinde untergebracht.
Im AK Asyl Ingersheim sind 15 Bürgerinnen und Bürger aktiv.
Der AK Asyl gliedert sich in Teilteams, die sich um verschiedene Aufgaben kümmern:

•    Team „Café International“ zur regelmäßigen Begegnung der Geflüchteten mit uns Ingersheimer      Bürgerinnen und Bürger;

•    Team „Begleitung“, das den Familien bei alltäglichen Anforderungen hilft;

•    Team „Sprache“, wo Lernen und Praktizieren der deutschen Sprache im Vordergrund steht, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder;

•    Team „Versorgung“, in Zusammenarbeit mit der DRK;

•    Team „Öffentlichkeit“, Berichte über den AK und die Geflüchteten;

•    Team „Integration“, hier sind wir noch am Anfang. Zur Integration gehört nach dem Erlernen der deutschen Sprache, das Finden von Arbeit und besserem Wohnraum.

Übergreifend gibt es noch das Leitungsteam für die Koordination der Teams und den Kontakt zum Träger und zur Gemeindeverwaltung.

Mithilfe gesucht:

Wenn Sie Interesse an unserer Arbeit haben und sich vorstellen können, irgendwo mitzuarbeiten, melden Sie sich bei uns am besten über unsere Emailadresse ak-asyl-ingersheim@gmx.de.
Vielleicht können Sie sich vorstellen, als Lesepaten für die Flüchtlingskinder in der Grundschule im neuen Schuljahr einzusteigen.
Wir haben in diesem Schulhalbjahr erstmals eine AG mit dem Titel „Spaß und Spiel mit Buchstaben und Zahlen“ angeboten, die auch im nächsten Jahr weitergeführt wird. Hier teilte sich eine Gruppe von vier Frauen die Aufgabe, so dass einmal in der Woche zwei Nachmittagsstunden mit jeweils Betreuerinnen aktiv waren.
Wenn wir weitere Helfer finden, könnten wir im nächsten Schuljahr eine weitere AG „Lesen und Verstehen“ anbieten, um Lesen und Textverständnis zu üben. Vielleicht was für Sie?
AK Asyl/Leitung – Karin Zimmer / Mick Welter / Jule Hallmann
 

Der Arbeitskreis Asyl berichtet

Die Geschichte einer Flucht

Es gibt die verschiedensten Gründe, die Flüchtlinge zwingen, ihre Heimat zu verlassen.
Und es gibt mindestens genauso viele Geschichten dazu.

„Zwei tragische Bootsunglücke an einem Tag: Vor den Küsten von Tunesien und der Türkei sind Dutzende Migranten ertrunken. Unter den Opfern waren viele Kinder.“ (Stuttgarter Zeitung, 03.06.2018)
Diese Nachrichten hören oder lesen wir immer wieder, sie gehören mittlerweile zu unserem Alltag und werden oft nicht mehr wahrgenommen.
Doch Nada Mreawed (35) spürt jedes Mal erneut das Gefühl, ihr eigenes und das ihrer ganzen Familie verlieren zu müssen.
Sie ist gemeinsam mit ihrem Mann Raed Diar Bakerli (48) und ihren 3 Kindern Mohammed (16), Jodi (14) und Hamza (10) vor 3 Jahren nach Deutschland geflüchtet.
Zunächst ging es von Damaskus in den Libanon und von der Türkei nach Griechenland.
Ein 6m langes Schlauchboot – 66 Menschen an Bord.
Es herrschten schlechte Bedingungen - starker Seegang, kaum Sicht und viel zu viele Menschen auf dem kleinen Boot. Doch ausgerechnet sie hatten die Bewahrung, dass sie von der Besatzung eines Gasschiffes entdeckt wurden und an Bord kamen, denn bei der Ankunft in Griechenland hörten sie überall nur, dass ein paar Stunden später einige Boote untergingen und hunderte Menschen starben. Nada spürte es wieder. Dieses Gefühl, welches sie nie wieder vergessen kann. Mit Tränen in den Augen sagte sie, „auch wir hätten sterben können.“
Weiter ging es zu Fuß nach Budapest und von dort über Österreich endlich nach Deutschland. Nächste Station München, danach Freiburg, Karlsruhe, Hartheim, 1 Jahr Löchgau und dann erst in die Enzstraße 8 und dann am 1. Juli 2017 konnte Familie Mreawed/ Diar Bakerli schließlich in die Enzstraße 26 umziehen.
Raed und Nada möchten sich selbstständig machen mit der Herstellung von Lollys. Diese Lollys sollen anstelle von Gelatine Pektine enthalten. „Doch ohne Deutsch geht nichts.“ Das ist Nada bewusst. Im März hat sie ihren B2-Deutsch-Abschluss erfolgreich absolviert (vgl. mit dem Niveau Englischabitur). Ihr Mann ist gerade noch am Anfang und macht den A1-Kurs.
Deutschland ist für sie und ihre Kinder nicht nur Zukunft, sondern auch Sicherheit. Sie müssen nicht jeden Moment Angst haben, dass ihren Kindern oder ihnen selbst bei einem Bombenangriff etwas Schlimmes passiert. Nada beschreibt Deutschland so:
Das Land gibt alles und bietet einem gute Chancen, alle Türen werden einem geöffnet, aber dafür muss man sich anstrengen und nur dann kann man diese Chancen auch nutzen.
Die Familie bedankt sich bei der Gemeindeverwaltung und dem Asylkreis für die Unterstützung und Begleitung.
Jule Hallmann

Die Geschichte einer Flucht

Es gibt die verschiedensten Gründe, die Flüchtlinge zwingen, ihre Heimat zu verlassen.
Und es gibt mindestens genauso viele Geschichten dazu.
Diese Woche möchte ich die Familie Al Hadidi vorstellen, die seit etwa 1 ½ Jahren in Ingersheim lebt. Najah (33) ist die Mutter von zwei Töchtern und zwei Söhnen, Rawan (14) und Lean (4) und Yazan (12) und Zen (10). Ursprünglich kommen sie aus Raqqa im Norden von Syrien. 2013 verließen sie, ohne Vater und Ehemann das Land. Zu diesem Zeitpunkt war Raqqa die größte Stadt unter der Kontrolle von Islamisten, bis 2014 die Stadt Mossul von dem IS erobert wurde. Raqqa galt bis zur Befreiung am 17. Oktober 2017 als Kommandozentrale und wichtigster militärischer Stützpunkt des IS.
Zunächst war unklar wo die Flucht der Familie Al Hadidi enden wird und ob sie überhaupt in einem sicheren Land ankommen werden. Ein Schlauchboot, beladen mit etwa 70 Menschen, brachte sie in die Türkei, wo sie zwei weitere Jahre verbrachten. Doch die Flucht ging weiter in Richtung Westen. 2016 kamen sie dann mit vielen anderen Geflüchteten in der Landeserstaufnahmestelle in Mannheim an. Von dort kamen sie nach Walheim und anschließend nach Ingersheim.
Wenn Najah über Deutschland spricht, spürt man ihre Dankbarkeit. Sie darf in einem Land leben, das ihre Religion akzeptiert und respektiert. In einem Land, wo sie keine Angst haben muss, wenn sie oder ihre Kinder das Haus verlassen. In einem Land, wo Frauen nicht einfach so verschwinden und misshandelt werden. Ein Land, das nicht zerstört ist von den täglichen Bombenangriffen. Ein Land, das ihren Kindern eine Chance auf eine bessere Zukunft gibt und wo sie in die Schule gehen dürfen.
Wir freuen uns, dass die Familie, die am Hindenburgplatz wohnt, so gut in Ingersheim angekommen ist und sich hier gut zurecht findet. Unter der Woche geht Najah jeden Tag nach Ludwigsburg zu einem Deutsch- und Integrationskurs. Ihre Kinder besuchen die Realschule im Aurain, die Sandschule, die Schillerschule und Lean geht noch in den Kindergarten. Bei allen merkt man, wie sich ihr Deutsch ständig verbessert und das macht uns und die ganze Familie sehr glücklich, denn das ist der Weg um Arbeit zu finden. Najahs Traum ist es Kindern zu helfen beim Lernen. Am liebsten würde sie später in einer Schule arbeiten.
Jule Hallmann

 

 

 

 

 

 

Gesundes Frühstück und Zähne-Putz-Aktion

Am Montag gab es zum zweiten Mal unsere Zähne-Putz-Aktion mit einem gesunden Frühstück. Ruth Metsch, Annette und Isabelle Wörz, Illo Noé und Jule Hallmann vom Arbeitskreis Asyl, haben gemeinsam mit den Kindern Obst und Gemüse geschnitten, verschiedene Kräuterdips zubereitet und ganz viele Butterbrote geschmiert für unser leckeres Essen. Danach hat Ruth Wyrich, die für die Jugendzahnpflege arbeitet, allen Kindern und einigen Mamas gezeigt, wie man richtig die Zähne pflegt. Wir hatten viel Spaß und freuen uns in den nächsten Ferien auf eine weitere Zähne-Putz-Aktion.

Arezu und Amir Rezai, Jule Hallmann


Café International – so gut besucht wie noch nie; auch neue Ingersheimer BürgerInnen
Als Begegnungstermin nicht mehr wegzudenken - unser „Café International“. Zum Dezembertermin waren so viele wie noch nie gekommen. Ein reger Austausch unter den Erwachsenen und viel Spaß und Spiel bei den Kindern: zwei kurzweilige Stunden.

Für ein neues Angebot des Asylkreises hat Illo Noé bei den IngersheimerInnen geworben und so viel Zuspruch bekommen, dass im neuen Jahr der „Treffpunkt DEUTSCH“ starten kann.

Auch die für die Anschlussunterbringung zuständige Mitarbeiterin der Caritas/LRA im Anlaufpunkt Pleidelsheim war unserer Einladung gefolgt. Und einige Eltern und Kinder des Mörikekindergartens haben Kinderkleidung und Spielsachen vorbeigebracht und sich am Gespräch und Austausch beteiligt; vielen Dank.

Wir freuen uns auf jeden, der zu uns findet und mit uns ins Gespräch kommt.
AK Asyl /Karin Zimmer