Predigtimpuls zum Pfingstsonntag von Pfarrer Ingo G. Walter zum Anhören

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Predigt zum Sonntag Exaudi 2020 Pfarrer Ingo G. Walter


Exaudi - aus dem Hören, so heißt dieser Sonntag im Kirchenjahr, und aus dem Hören vernehmen wir das Wort Gottes, das er an uns richtet, und heute ist das zwar ein alter, alttestamentlicher Text, aber dennoch eine verheißungsvolle Zusage an alle, die auf Gottes Wort hören:
Jer 31,31-34: Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Alles muss anders werden, ruft Jeremia seinen Zeitgenossen zu. Auch ihr selbst. Gott macht mit euch einen Neuanfang. Und zwar von innen heraus. Neues Herz, neuer Sinn, neuer Geist. Neue Lust an Gott und seinem Wort: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.“

Diese wunderbare Zusage ist zu schön, als dass sie sich nur auf die weit zurückliegende Vergangenheit beziehen dürfte. Wenn Gott ein lebendiger Gott ist, gilt seine Verheißung über alle Zeiten hinaus bis hinein in unser heutiges modernes Leben. Und im Grunde genommen wird hier bei Jeremia schon der Inhalt des Evangeliums, der frohen Botschaft für alle Welt, vorweggenommen.

Dabei bestand eigentlich ja schon seit langer Zeit diese hoffnungsvolle Bindung Gottes an die Menschen, die auf ihn hören und ihm folgen: bereits ein Noah hatte sein ganzes Vertrauen auf Gott gesetzt, als er – zum Unmut und Spott seiner Mitmenschen – auf Gott gehört hatte und angesichts der drohenden Katastrophe seine Arche baute und von allen Geschöpfen je zwei für die Zeit nach der Sintflut mitnahm. Das war eine ganz besonders intensive Verbindung zwischen Gottheit und Menschheit, zwischen Gott selbst und dem Menschen Noah. Zum Zeichen für die anhaltende, gemeinsame Zukunftsperspektive wurde der Regenbogen an den Himmel gemalt. Er erinnert uns immer wieder daran, dass Gott zu seiner Schöpfung, zu seinen Geschöpfen, zu uns Menschen hält. Aber wie so vieles geriet auch über die Zeiten dieser Bund bei den Menschen wieder in Vergessenheit. Und so stellt sich die Frage: wie soll es denn dann miteinander weitergehen?

Gott will mit den Menschen einen neuen Bund schließen - der „Bund“, ein ganz wichtiges
Stichwort bereits im Alten Testament, das die Bindung an Gott bezeichnet. Im hebräischen Wort
„berit“ bedeutet das erstmal eine einseitige Verfügung von Gottes Seite her, sein ausdrücklicher
und verbindlicher Wille zur Gemeinschaft mit uns Menschen. Aber wir wissen ja, es gehören
immer beide Seiten dazu. Wir gehören dazu. Und wir sollen auch aus tiefster Überzeugung
dabei sein und dazu stehen. Ob es nun eine liebevolle Bindung zweier Menschen ist, ein
miteinander abgeschlossener und rechtskräftiger Vertrag, eine Zusammenführung zweier
Kirchengemeinden, oder eben, und das vor allem, eine ganz tief verinnerlichte Bindung von uns
Menschen an Gott – im besten Sinne „lebenslänglich“ – das ermöglicht Leben und Zukunft. Nd
darauf kommt’s an: es muss von innen heraus kommen und dadurch Bestand haben können.
Dann gibt es auch eine gemeinsame, sichere Perspektive in die Zukunft. Für uns Menschen
und für das Miteinander mit Gott.


Amen

Pfarrer Ingo Gerhard Walter

 

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Predigt auch zum Anhören zum Sonntag Kantate 2020 Pfarrer Ingo G. Walter

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Wer kann von sich sagen, dass er oder sie im Einklang mit sich selber ist – in völliger Harmonie. Manchmal geschieht es und man kann es spüren und greifen, wie das ist. Hin und wieder sogar im Einklang mit Gott. Doch oft genug sperrt sich die erlebte Realität gegen solche Empfindungen und Erfahrungen. Schade eigentlich.
 
Heute am Sonntag Kantate wäre eigentlich die erste Konfirmation in diesem Jahr angesetzt gewesen. Wegen der realen Umstände namens Corona können wir aber leider nicht darangehen. Dennoch soll auch heute die unserem Glauben zugrundeliegende Übereinstimmung mit Gott, der Einklang mit ihm, ein zentraler Gedanke sein.
Der Predigttext gibt uns dazu das Beispiel eines harmonischen Klangerlebnisses anlässlich der Einweihung des salomonischen Tempels in Jerusalem.
Wie das vonstattengeht wird im 2. Buch der Chronik 5,2-14 erzählt:
Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des HERRN hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion.  Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat gefeiert wird. Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf  und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten.  Aber der König Salomo und die ganze Gemeinde Israel, die bei ihm vor der Lade versammelt war, opferten Schafe und Rinder, so viel, dass es niemand zählen noch berechnen konnte. So brachten die Priester die Lade des Bundes des HERRN an ihre Stätte, in den Chorraum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim,  dass die Cherubim ihre Flügel ausbreiteten über die Stätte der Lade. Und die Cherubim bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her.  Die Stangen aber waren so lang, dass man ihre Enden vor dem Chorraum in der Tempelhalle sah, aber von außen sah man sie nicht. Und sie war dort bis auf diesen Tag. Und es war nichts in der Lade außer den zwei Tafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den der HERR mit Israel geschlossen hatte, als sie aus Ägypten zogen. Und die Priester gingen heraus aus dem Heiligtum – denn alle Priester, die sich eingefunden hatten, hatten sich geheiligt, ohne dass sie sich an die Ordnungen hielten und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertundzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen. Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem HERRN. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da wurde das Haus des HERRN erfüllt mit einer Wolke, sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.
Ein langer Text, der wohl mit immer noch zu wenigen Worten dieses besondere Ereignis beschreibt. Ein Erleben, das die Gegenwart Gottes in umfassender Harmonie verdichtet, wie es nur selten geschieht. Ein öffentliches Geschehen und zugleich ein jeweils ganz persönlicher Moment des Eins-Sein mit Gott in seinem Heiligtum.

Welche Lieder und Musikstücke dabei zum Erklingen kommen wird uns nicht näher erzählt. Aber auch nicht das Wie, sondern das Was steht im Vordergrund. Jeder und jede ist im Einklang mit sich selbst, zugleich im Einklang mit allen anderen drumherum und vor allem mit Gott, versinnbildlicht durch seine Wolke der Herrlichkeit, die das Volk Israel auf seinem Weg in die Freiheit schon begleitet hat.

Solche besonderen Momente sind in unserer heutigen schnelllebigen Zeit kaum zu verspüren. Wann sind wir denn bereit, innezuhalten und mal ganz konzentriert in uns hinein und auf Gott zu hören? Ein guter Anfang dazu kann schon sein, den Alltag zu unterbrechen, abzuschalten und still zu werden, Klänge wahrzunehmen, die sich sonst der Wahrnehmung entziehen oder von anderem überlagert werden. Ob das dann einer Gotteserfahrung gleichzusetzen sein kann, ist natürlich die Frage – aber sich überhaupt einmal empfänglich zu machen, bereit zu sein aufzunehmen, was uns zum Klingen bringt, das liegt zumindest schon in der Nähe dessen. Und das kann uns auch zu einem Klangkörper Gottes machen und uns weitertragen lassen, was wir von ihm dabei empfangen und verspüren. Was uns freimacht von aller Last, Sorge und Angst.

Dietrich Bonhoeffer hat selber solch eine Erfahrung des Freiwerdens in seiner Gefängniszelle gemacht. In Worte gefasst hat er das so beschrieben: „Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so lass uns hören jenen vollen Klang der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all deiner Kinder hohen Lobgesang.“ Wenn ich ihn auch nicht um sein Schicksal beneide – um diese Erfahrung aber doch.

Amen.

Pfarrer Ingo Gerhard Walter

 

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Predigt auch zum Anhören zum Sonntag Jubilate 2020 Pfarrer Ingo G. Walter

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„Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht ein Gesundsein, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles.“ Martin Luther


Ein Werden und Wachsen also, welches unsere Existenz als Geschöpfe Gottes bestimmt. Gut zu wissen und durchaus auch beruhigend, wenn nichts und niemand bereits rundum perfekt dasteht. Das verweist uns aber auch auf den Grund und den Halt unseres Lebens, den wir in unserem Herrn Jesus Christus finden.

Und er sagt dazu in Joh 15,1-8:

Joh 15,1-8

Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Wir befinden uns mit diesem Text im Johannesevangelium in einer Zeit wenige Jahrzehnte nach Jesu Tod und Auferstehung – und schon gibt es Verunsicherungen in der johanneischen Christengemeinde. Wer sich öffentlich zum christlichen Glauben bekennt, bekommt Schwierigkeiten, wird benachteiligt oder einfach ausgelacht. Gegenseitige Bestärkung tut not. Deshalb der Hinweis auf den Weinstock, an dem doch alle hängen und weiterwachsen können, wo sie ihre Kraftquelle finden, ohne den nichts weitergeht.

Heutigentags macht sich auch da und dort Verunsicherung breit. Angefangen bei der allgemeinen und grundlegenden Suche nach Wahrheit und Sicherheit für die eigene Existenz bis hin zur schon wieder sehr komplexen Theodizeefrage: Warum lässt Gott so vieles zu?



Da brauchen auch wir Bestärkung, festen Halt fürs Leben, einen sicheren Grund für unser Dasein, damit es – nach vorne ausgerichtet – weitergehen kann. Das Bild des Weinstocks macht da schon was her: daran wird deutlich, wie eng und existenziell wir doch mit dem Grund unseres Lebens immer verbunden sind und weiterkommen. Mir tut das gut, wenn ich weiß, dass diese Verbindung besteht, aus der ich immer wieder neu gespeist werde.

Ich glaube auch, dass es wirklich so ist: wir brauchen Gott zum Leben. So wie wir jetzt die digitalen Medien ganz besonders brauchen, um miteinander in Kontakt zu sein. Aber das wäre doch eine eher technische Ebene, die ich da als Beispiel in heutiger Zeit heranziehe. Wobei daran im Vergleich sicher auch vieles deutlich gemacht werden kann.

Aber genauso in heutiger Zeit angesiedelt ist nach wie vor der Vergleich zum Weinbau – nicht zuletzt hier bei uns vor Ort. Und da möchte ich Sie ermuntern, mal rauszugehen und sich die Weinstöcke anschauen – mit dieser Bibelstelle aus Johannes 15 im Hinterkopf.

Vielleicht ergibt sich auch die Gelegenheit, einem echten Wengerter bei der Arbeit über die Schulter zu schauen, wie sorgfältig er sich um seine Pflänzlein kümmert, damit aus ihnen viel Gutes erwachsen kann. Bis hin zum Endprodukt, dem Wein, den wir gerne zu freudigen Anlässen genießen – natürlich im Beisammensein.

Das findet ja gerade so nicht statt, aber die Aussicht, die Hoffnung darauf und die Gewißheit, dass wir alle durch unseren wahren Weinstock Jesus Christus miteinander verbunden sind, kann und soll auch unsere Kraftquelle sein. In dieser besonderen Zeit, aber auch zu jeder anderen Zeit, wenn wir wieder zusammenkommen können als eine Gemeinschaft, die ihren festen Grund hat in Christus Jesus, unserem Herrn.

Amen.

Pfarrer Ingo Gerhard Walter

 

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Predigt auch zum Anhören zum Sonntag Miserikordias Domini 2020 Pfarrer Ingo G. Walter

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Am Sonntag Miserikordias Domini steht als Stichwort ebendieses im Raum: die Barmherzigkeit des Herrn. Eigentlich eine Herausforderung, ein Gegensatz zu dem, was wir gerade weltweit erleben müssen, und doch irgendwie tröstlich. Wie geht es Ihnen damit? Schwierig zusammen zu bringen. So geht es mir auch. Im heutigen Abschnitt aus dem 1. Petrusbrief (1.Petr 2,21-25) kommen einem die Aussagen wie ein ersuchen um Geduld entgegen. Aber hören und schauen wir mal hin:
Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet; der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.
Da wird also auf einen geduldig aushaltenden Menschen geblickt, der es wohl einfach so mit sich hat machen lassen. Keine Gegenwehr, kein Protest, sondern erleiden und Weiterreichen an Gott, „der gerecht richtet“ – das Opfer schlechthin, wie es von den gewalttätigen Akteuren immer wieder gern genommen wird.
Das geht schon los in Schulen, wenn Jungen oder Mädchen, die sich nicht zur Wehr setzen können oder wollen, immer wieder neu gehänselt, gemobbt, fertiggemacht werden, bis sie schließlich daran innerlich zugrunde gehen. Hilflose Opfer eben.
Da sträubt sich etwas in mir. Erst recht, wenn klar wird, an wen diese Zeilen aus dem 1. Petrusbrief gerichtet sind. Einige Sätze vorher werden die Adressaten benannt: „Ihr Sklaven, ordnet euch in aller Furcht den Herren unter, nicht allein den gütigen und freundlichen, sondern auch den wunderlichen.“ Letztere kann man sich wohl zurecht als die Gewalttätigen und Ungerechten unter den Herren vorstellen. Und das soll hingenommen, ausgehalten werden?
Wo klingt da etwas an wie: „Zur Freiheit hat euch Christus befreit“, oder: „zu mündigen Menschen hat er euch gemacht“? In der langen Geschichte unserer christlichen Kirche hat es leider auch lange gedauert, bis der Skandal der Unterdrückung als solcher erkannt und benannt wurde. Und doch tritt sie immer wieder zutage. Auch heute noch. lebensunwürdige Kinderarbeit, geschwächte Männer auf ausländischen Baustellen, ausgenutzte Flüchtlinge auf Erntefeldern, Dahinvegetieren in gnadenloser Abhängigkeit. Das Spektrum ist breit, das Thema noch lange nicht erledigt.

Da muß man doch aufstehen und sich dagegen wehren, oder? So denken wir aus unseren sicheren Gefilden heraus. Diesen Menschen einen Antrieb und die notwendige Stärke dazu zu geben, ist unser Abschnitt aus dem Petrusbrief nicht unbedingt eine Hilfestellung. Zumindest nicht in der Weise, wie’s dasteht.
Ein anderes, sogar besseres Verständnis kann sich einstellen, wenn wir uns von Martin Luther beim Lesen der Bibel anleiten lassen. Für ihn galt, danach in den Texten zu suchen „was Christum treibet“, also was in Übereinstimmung zu seinem Leben, Handeln, Reden und ganzen Wesen steht.
Die Vorstellung vom still duldenden Lamm, das sogar noch den Tod erlitten hat, ist ein sehr auf die konkrete Situation hin geprägtes Bild.
Doch eigentlich war Jesus ein sehr lebhafter und kritischer, manchmal auch lautstarker Mensch, der vielen Menschen sehr deutlich den Spiegel vorgehalten und die Richtung gewiesen hat. Der insbesondere die Geringen, die Missachteten, die Ausgenutzten und Ausgestoßenen in den Fokus nahm und ihnen Lebenshilfe bot. Und dadurch konnten sie aufleben und ihren Weg ins Leben und durchs Leben beschreiten und bestreiten.

So sah das wohl auch der Paulus, als er schrieb: „Zur Freiheit hat euch Christus befreit“ – einen Horizont eröffnet, einen guten Weg gezeigt, mit dem Ursprung unseres menschlichen Lebens, mit Gott zusammengebracht, der für alle Leben und Licht bereithält, auch den „Geringsten unter meinen Brüdern“. Daran sollen wir uns halten.

Und so hat auch ein Martin Luther weiter ausgeführt: „was Christum treibet, das ist Heilige Schrift und Evangelium“, selbst wenn es in der Bild-Zeitung steht oder als Graffiti an einer Wand – und „was Christum nicht treibet, ist Stroh und Mist“, selbst wenn es zwischen den güldenen Buchdeckeln der ehrwürdigen Literatur steht. Ein steiler Maßstab, aber für die uns allen geltende Botschaft Jesu Christi von Gott, von Licht und Leben allemal korrekt.
Und dazu stand auch ein Luther fest und widerständig: „Hier stehe ich und kann nicht anders…“

Es gibt immer genug, was wir der vorherrschenden Realität durch unseren Glauben entgegenzusetzen haben, nicht als Ver-Tröstung, nicht nur zum Schein, nicht als Mittel zum Verstummen, sondern als Hoffnungszeichen für diese Welt in vier Buchstaben:
GmbH – Gottvertrauen mit berechtigter Hoffnung.
Damit machen wir uns als Christen weithin bemerkbar. Darum geht es immer. Aber gerade jetzt in dieser Zeit.

Amen.

Pfarrer Ingo Gerhard Walter

 

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Predigt Quasimodogeniti 2020 Pfarrer Ingo G. Walter

Doch die Hoffnung bleibt!

Jes 40,26-31: Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber«? Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Das sind wahrhaft wohltuende Worte des Propheten Jesaja! Genau die richtigen Worte für Menschen, die solchen Zuspruch brauchen: Menschen, weit weg von ihrer ursprünglichen Heimat, die heimkehren wollen, Vertrautem wiederbegegnen, ankommen und dableiben.

Wie man inzwischen weiß, hat es den Israeliten im babylonischen Exil kaum an etwas gefehlt – äußerlich. Innerlich aber schon. Zerstreute Familien, zerschlagene Hoffnungen, zerstörtes Selbstwertgefühl und zaghafter werdender Glaube an den einzigartigen Gott Israels. Allgemeine Mutlosigkeit und Kraftlosigkeit droht sich auszubreiten. So wie wir gerade auch zumeist nur passiv durchleben können, was uns geschieht. Weltweit. Wie geht das weiter? Wo soll das hinführen? Gibt es eine Rückkehr zum Normalen? Jesaja spricht auch uns Mut zu: die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft.

 Darauf dürfen wir hoffen – darauf durfte Israel in der Fremde hoffen. Und zwar mit Erfolg. Die Rückkehr durfte stattfinden, ein neues Leben in der alten Heimat wieder beginnen.

Es ging und es geht bei allem und vor allem um Hoffnung, Hoffnung auf eine Wende zum Besseren hin. Hoffnung ist da wie eine Aussicht, ein Blick über den Rand des erlittenen Schicksals. Ein Lichtstrahl in der Dunkelheit.

So wie das Licht am frühen Ostermorgen. Wer das einmal miterlebt und wahrgenommen hat, geht ganz anders in diesen Tag. Und auch noch in alle weiteren Tage, denn über das bloße Naturereignis hinaus öffnet uns Gott da einen Spalt, aus dem uns der Himmel entgegenstrahlt – unsere ewige Heimat, auf die wir hinleben, auf die wir hoffen dürfen. Die Osterhoffnung: sie bleibt uns auch noch weiter erhalten und lässt uns weiter hoffen.

Amen.

Pfarrer Ingo Gerhard Walter

 

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Predigt zum Ostersonntag 2020 Pfarrer Ingo G. Walter

Christus ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden.
Die Osterbotschaft schlechthin, und doch dieses Jahr eher verhalten. Denn die Freude über das neue Leben in Christus bleibt überdeckt um die Sorge um Leben du Gesundheit angesichts der anhaltenden Bedrohung durch das Corona-Virus.
Aber trotzdem ist und bleibt Ostern das Fest des Lebens. Der Beginn eines neuen Lebens ist ein Wunder. Jedes Kind, das auf die Welt kommt, ist ein Wunder. Jedes Menschenleben in seiner ganzen Ausdehnung ist ein Wunder für sich und man kann nicht genug staunen, wie viele Wendungen es immer wieder nimmt. Aber dann: das Ende, der Tod? Auch als ein Wunder zu begreifen?
Warum leben wir, warum sterben wir, was kommt danach: diese Fragen tauchen in allen Religionen auf, und sie versuchen, dem einen Sinn zu geben. Nur hat der Tod an sich keinen Sinn. Er ist sogar ein Gegner, der besiegt werden muss, und der für uns auch schon besiegt worden ist durch Jesus Christus. Das hat auch für uns bedeutsame Folgen.
Paulus stellt das in seinem 1. Korintherbrief (1.Kor 15,19-28) so dar:
Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm »alle Feinde unter seine Füße legt« (Psalm 110,1). Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Denn »alles hat er unter seine Füße getan« (Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.
Die Frohe Botschaft von Ostern – Christus ist auferstanden – ist unstrittig, aber wie ist er selbst dabei zu bewerten?
Es gibt Menschen, die Jesus halt für einen tollen Menschen, einen ganz anständigen Propheten, Visionär, Revoluzzer oder sonstiges halten, aber nicht für Gottes eigenen Sohn. Das reicht meines Erachtens aber noch nicht aus für unser christliches Verständnis, geschweige denn als Glaubensgrundlage.

Ende 2018 gab es von idea eine Umfrage : 2.000 Deutsche wurden befragt, ob sie an ein Leben nach dem Tod glauben.
Unterm Strich kam zutage, dass weniger als 20% glauben, dass es sich mit Tod und Auferstehung so verhält, wie in der Bibel beschrieben. Und: Je älter, desto skeptischer.
Schade eigentlich, denn das lässt vermuten, dass sich das Leben doch meist nur auf das Hier und Jetzt und vor allem auf das eigene Tun und Treiben ausrichtet, aber nicht auf diese noch viel weitere Perspektive, die wir durch Jesus Christus bekommen haben.
Vielleicht denken manche: naja, Ostern ist die Wiedergutmachung von Karfreitag, dann wäre das ja auch wieder ausgeglichen.
Aber so einfach geht die Rechnung nicht auf.
Dann hätte Gott hat ja um der schwarzen Null willen bereits eingegriffen, als Jesus am Kreuz hing – wesentlich einfacher, als ihn nach drei Tagen aufzuerwecken. Doch dann hätte etwas ganz Wesentliches gefehlt. „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab...“ (Joh 3,16). Die erste Lebensgeschichte musste bis ans Ende gehen, die größtmögliche Zuwendung, ja: Aufopferung Gottes zu uns Menschen erleben bzw erleiden.
Und dann: was Gott liebt, lässt er nicht im Tod. Jedes Leben ist für Gott kostbar. Er lässt es nicht gänzlich vergehen, sondern er bewahrt es, bei sich selbst. Und er macht Neues daraus.
 
Der härteste Prüfstein für unseren Osterglauben sind die Gräber auf unseren Friedhöfen. Wenn es stimmt, dass Jesus Christus den Tod besiegt hat, warum gibt es ihn trotzdem immer noch? Die wohl wenig zufriedenstellende Antwort darauf ist, dass der Tod zum Leben gehört, wie es auch schon der Prediger Salomo erkannt hat. Umso wertvoller alles, was mit Leben erfüllt ist.
Der Tod gehört zum Leben, sonst wäre es kein Leben in diesem Sinne. Aber er hat nur noch das vorletzte Wort, nicht mehr das letzte Wort. Das letzte Wort hat Gott. Über uns alle. Über unser Leben. Über unser neues Leben, das bereits hier beginnen darf.
Damit eröffnet sich uns eine weitestgehende Freiheit. Ostern befreit uns von der Angst vor einem endgültigen Aus und Weg. Ostern versichert uns der anhaltenden Liebe Gottes zu uns, zu uns Menschen, zu seinen Geschöpfen. Er lässt uns nicht im Stich – weder wenn es hart auf hart kommt, noch wenn es wirklich ans Letzte geht.
Er lässt uns nicht los und er lässt uns nicht im Tod.
Das gibt uns hoffnungsstarke Perspektiven für dieses Nachher, aber vor allem auch für das Jetzt, wenn wir sicher sein können, dass wir von Gott angenommen und geliebt sind und bleiben, so wie er es uns durch seinen Sohn ermöglicht und gezeigt hat. Er hält für uns Leben bereit.
Das kann gerade in schwerer Zeit immer wieder zu einer greifbaren Zusage werden und uns Kraft geben. Auch während und vor allem nach Corona.
Bleiben Sie also von Hoffnung und Zuversicht getragen – und gesund!

Amen.

Pfarrer Ingo Gerhard Walter

 

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Predigt Karfreitag 10.04.2020 Pfarrer Ingo G. Walter

Dieses Jahr ganz besonders still, stellt sich dennoch die Frage: Ist der Karfreitag ein Trauertag oder ein „Guter Freitag“ eines Martin Luther? Nun: Am Karfreitag hat sich Gott mit den Menschen versöhnt – durch das Opfer Jesu.
Der Karfreitag ist schon immer ein stiller Feiertag gewesen, nicht der einzelne Mensch, sondern das Leiden und Sterben Jesus soll an diesem Tag im Mittelpunkt stehen. Jedes Jahr neu gibt es Diskussionen über die besondere Feiertagsruhe dieses Tages. Warum man in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag nicht Tanzen gehen soll oder warum am Karfreitag keine Sportveranstaltungen stattfinden sollen, ist dieses Jahr sicher keine besonders herausfordernde Fragestellung. Leider.

Aber es lohnt sich doch immer wieder, über die besondere Bedeutung des Karfreitags nachzudenken. Schon der Name: Karfreitag. Das althochdeutsche Wort „Kara“ heißt so viel wie „Klage, Kummer, Trauer“. Der Karfreitag ist also ein Trauertag – deshalb auch die besondere Feiertagsruhe in aller gebotenen Trauer und Besinnung.
Aber gemeinsam zu trauern ist uns Menschen oft nicht nachvollziehbar. Menschen feiern zusammen oder sind gemeinsam wütend, doch gemeinsam zu trauern ist auf recht wenig begrenzt, zur Zeit vielleicht auf die Opfer des Corona-Virus.
Damit ist der Karfreitag als Trauertag eine Herausforderung.

Martin Luther sprach vom Karfreitag als „Gutem Freitag“, denn er nahm versehentlich die Vorsilbe „Kar“ vom lateinischen „carus“, was so viel bedeutet wie „lieb, gut oder teuer“. Doch was soll daran gut sein, was soll daran lieb sein, was soll da teuer sein?
Nun: An diesem Freitag hat Jesus die Menschen zum teuren Preis seines Lebens aus dem Tod freigekauft, weil er in seiner Liebe all unsere Schuld auf sich genommen hat und so unser Leben auf ein gutes Ziel hin ausrichtet. Sein Tod bedeutet Sühne und Versöhnung für uns.

Der Gedanke, dass der Karfreitag ein „Guter Freitag“ ist, weil Gott sich durch das Sühneopfer Jesu mit den Menschen versöhnt hat, hat im Apostel Paulus einen gewichtigen Fürsprecher (2.Kor 5,19-21):
Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

Die zentrale Botschaft: „Lasst euch versöhnen mit Gott.“ Denn er handelt da an uns und für uns.

Im Johannesevangelium (Joh 19,11) sagt Jesus zu Pilatus: „Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre.“ Gott handelt am Karfreitag und er hätte den Tod Jesu auch verhindern können. Aber warum nicht?

Auf diese Frage gibt es viele Antwortversuche und es bleibt das Geheimnis des Karfreitags: Die Liebe Gottes zu seine Geschöpfen, auch zu den Menschen, die Jesus den Weg ans Kreuz und in den Tod gehen ließ, diese Liebe hat damals schon den Ausschlag gegeben und hinterlässt noch immer ihre Spuren. Natürlich ist der Tod damit nicht aus der Welt, doch kann er gegen die Macht einer solchen umfassenden Liebe nichts ausrichten.

Schwer zu begreifen! Zumindest nach unserem menschlichen Verstand. Aber wenn wir nicht darauf vertrauen können oder wollen, dass wir es als Menschen wirklich wert sind, von Gott so geliebt zu werden, dass er seinen einzigen Sohn für uns dahingibt, dann werden wir seine Liebe in unserem Leben kaum spüren können. Deshalb sollten wir dankbar annemen, dass uns etwas so Wunderbares widerfahren ist. So wunderbar, dass der Karfreitag für uns Menschen doch ein „guter Freitag“ ist.
Denn an ihm wird deutlich, wie sehr uns Gott liebt und wie weit er selbst dafür geht. Natürlich dürfen und müssen wir an diesem Tag auch trauern, dass Jesus solche Schmerzen bis hin zum Tod auf sich genommen hat, um uns Gottes Liebe zu zeigen. Aber dieser Grund dazu macht’s aus und erst recht für uns besonders wertvoll: wir sind nach wie vor Gottes geliebte Geschöpfe. Auch – wie heute – in aller Stille……

Amen.

Pfarrer Ingo Gerhard Walter

 

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Predigt Palmsonntag 05.04.2020 Pfarrer Ingo G.Walter

Vor der Corona-Krise hat haben sich Kirche und Gemeinden vor allem mit einer Problematik auseinanderzusetzen gehabt: dem Pfarrplan. Personelle und finanzielle Rückschritte stellten (und stellen immer noch) eine große Herausforderung dar mit der Frage: wie organisieren wir uns künftig und worauf kommt es dabei an? Da ist sicher noch nicht das letzte Wort gesprochen, erst recht, wenn wir bedenken, dass wir jetzt in unserer Ausnahmesituation manches noch mal ganz anders betrachten und gewichten müssen.

Im Predigttext Mk 14,1-9 wird die Frage nach dem worauf es ankommt auf ganz besondere Weise in Szene gesetzt: Eine Frau salbt Jesus bei Tisch mit kostbarem Nardenöl. Sie wird von den Jüngern der Verschwendung bezichtigt – man hätte doch für den Wert des Öls so vielen Armen helfen können. Aber Jesus stellt klar, dass sie richtig gehandelt hat, wenn sie ihm mit ihrer teuren Aktion den absoluten Vorrang vor allem anderen gegeben hat.

Es geht darum zu erkennen, was gerade dran ist – und was warten kann. Es geht darum, die richtigen Prioritäten zu setzen. Die liegen aber nicht immer so klar auf der Hand. Zu komplex sind die Zusammenhänge in unserer modernen Welt, als dass es auf die vielen Fragestellungen auch eindeutige Antworten geben könnte.

Wir brauchen Gerechtigkeit und Fürsorge und so vieles, um die Not in der Welt zu lindern. Definitiv. Wir brauchen Essen für die Lebenden und einen würdigen Abschied für die Toten. Wir brauchen Nächstenliebe und Liebe für uns selbst. Und wir brauchen Gotteshäuser, in denen wir uns wohlfühlen können, dazu Symbole und Feste. Wenn wir aber nicht alles gleichzeitig haben können, weil die Möglichkeiten begrenzt sind, wird es schwierig. Dann stellt sich die Frage: Wie verteile ich das, was ich anbieten kann, zwischen mir selbst und meinen Mitmenschen und den jeweiligen Anliegen? Wie erkenne ich, was gerade dran ist? Kann ich etwas abknapsen für andere? Und will ich das für meine Familie zurücklegen oder lieber für Not leidende Menschen oder für die Umwelthilfe oder für den Denkmalschutz? Was soll ich tun? Welche Prioritäten setzen?

 

Selbst in der Bibel stolpert man über unterschiedliche Vorgehensweisen oder Empfehlungen: Mal soll man all sein Vermögen den Armen geben, dann auch wieder nicht, so wie in unserem Abschnitt aus dem Markusevangelium. Es kommt auf die Situation an. Die Bibel ist keine einfache Gebrauchsanweisung für jede Lebenslage, sondern ein vielstimmiger Versuch, Gottes Geschichte mit uns und Gottes Willen für uns in Worte zu fassen. Gottes Worte blitzen da immer wieder durch. Aber sie ersparen uns nicht die Arbeit, selbst zu urteilen und selbst zu entscheiden. Da sind wir selber dran. Keine einfache Aufgabe.

 

Aber Entscheidungsfreiheit ist auch ein Geschenk. Wir haben die Wahl! Oft gibt es eine Fülle von Möglichkeiten. Damit umzugehen war noch nie einfach. Manch einer macht das am liebsten mit sich selber aus. Eine andere bespricht das eingehend mit weiteren Menschen. Wenn wir gemeinsam entscheiden müssen, dauert das oft länger – aber immerhin: Wir können überhaupt entscheiden! Wir können zuhören und argumentieren, diskutieren, streiten und Kompromisse finden. Und wir sind vor Irrtümern nicht gefeit. Vielleicht hätte man frühzeitiger mit drastischen Maßnahmen auf Corona reagieren müssen, vielleicht hätte man das ganze Gesundheitswesen auf bessere Grundlagen stellen müssen, vielleicht hätte man die digitale Vernetzung schneller weiterentwickeln müssen – vielleicht, vielleicht und hätte man doch! Das kann man hinterher immer ins Feld führen. Aber in diesen wenigen Momenten, wo Entscheidungen zu treffen sind? Ich beneide niemanden, der in solcher Verantwortung steht und doch bin ich froh, dass nicht alles von vornherein bereits festgelegt ist.

 

Jesus erinnert seine Jünger daran, das Handeln der Frau nicht vorschnell in Frage zu stellen und zu verurteilen. Vielleicht ist auch das eine der Lehren, die Jesus seinen Jüngern, seiner Kirche mitgibt: Rechne damit, dass sich hinter so mancher vermeintlichen Fehlentscheidung doch auch Gutes verbirgt. Rechne mit dem Guten, auch wenn du es auf den ersten Blick nicht siehst. Gestehe den anderen Einsichten zu, die du selber möglicherweise noch nicht hast. Rechne mit dem Guten und höre nicht auf immer weiter danach zu suchen. Also: dranbleiben!

Und bleiben Sie gesund!

Amen.

Pfarrer Ingo Gerhard Walter

 

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Predigt Sonntag Judika 29.03.2020 Pfarrer Ingo G. Walter

Der Predigttext zum Sonntag Judika im Hebräerbrief (Hebr 13,12-14) ist nur drei Verse kurz und kommt schnell zur Sache: „Jesus hat, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“


Nach der Vorstellung der jüdischen Tradition ist das Blut der Ort des Lebens. Werden Tiere getötet, fließt ihr Blut zurück in die Erde. Besiegeln Menschen einen Bund fürs Leben, schließen sie „Blutsbrüderschaft“, das kennen wir ja von Winnetou und Old Shatterhand, aber auch in vielen anderen Kulturen war das verbreitet. Eine Erinnerung daran halten wir Christen beim Abendmahl lebendig, wenn wir nach den Einsetzungsworten aus dem Kelch symbolisch „das Blut des Neuen Bundes trinken“.

Jesus verkündete in Wort und eigener Person, dass das Reich Gottes und seine Liebe nahe seien. Das tat er in einer Zeit voller Gewalt, Ungerechtigkeiten und Unfrieden. Damit weckte er Hoffnung bei den einen und Ärger bei den anderen. Er wusste um die Gefahr, in die er sich gebracht hatte durch sein Reden und Handeln. Er hielt fest an dieser schlichten Wahrheit: Gott liebt diese Welt – in all ihrer Unvollkommenheit. Und Gott liebt diese Menschen – besonders die Kleinen, Armen, Schwachen. Dieses Reden und Handeln brachte Jesus ans Kreuz. Draußen vor „dem Tor“, auf Golgatha, dem Hinrichtungsplatz Jerusalems, starb er. Golgatha: ein Ort des Grauens! Gewalt, Schmerzen, Geschrei. Ein Ort, der so wenig dem göttlichen Schöpfungsplan entspricht wie jeder andere Kriegsschauplatz der Erde.

 

„Vor dem Tor“ – bis heute überziehen solche Orte die Welt mit ihrem Grauen: Ob Guantanamo, Syrien oder Jemen … Wo ist Gott? Warum tut er nichts? Das fragen viele. Dabei ahnen wir doch die Antwort: Gott ist da! Ist selbst mit draußen „vor dem Tor“. Weint mit den Opfern, teilt ihren Schmerz. Es gibt keinen Ort auf dieser Erde, an dem Gott nicht wäre. Viele haben das auch schon erlebt: Gott leidet mit und lässt niemanden allein, der ihn um Hilfe anfleht. Egal welcher Religion und Konfession.

Gott sagt zu dem, der um Hilfe bittet, nicht: „Zeige mir zuerst deine Taufurkunde!“ Und doch haben gläubige Christen sich zu allen Zeiten immer wieder an dem großen Geschenk der Taufe festhalten können. Nicht nur Martin Luther hat in Zeiten größter Not daran festgehalten: „Ich bin getauft!“ Warum? In Zeiten größter Not sei dreierlei besonders schlimm, haben mir Menschen erzählt: Zum einen die Einsamkeit. Zum anderen die Angst, um das eigene Leben und das der Nächsten. Und zum dritten das Gefühl: Ich kann nichts tun! Das trifft leider auch jetzt gerade mitten in unsere aktuelle Lebenssituation hinein.

 

Ein Leben ohne Leid gibt es nicht. Der Volksmund spricht nicht umsonst vom Päckchen, das jeder zu tragen hat. Das war wohl auch schon in der Zeit des Hebräerbriefs so. Er fordert seine Leserinnen und Leser auf: So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen.

 

Hier geht es um den Ernst der Nachfolge. In unserem Leben als Christen geht es einerseits darum, dass wir bewusst den Segen, der uns von Gott geschenkt wird, spüren. Diese Kraft, diese Liebe, dieses Leben aus Gottes Hand ist ein wundervolles Geschenk. Dankbar zu genießen, mit Freude zu leben – das dürfen wir, solange das eben geht.

Aber dann haben wir noch diese eine wichtige Aufgabe: auf die zu schauen, die „draußen“ sind. Und für diese Menschen Sorge zu tragen, wie wir das jetzt auch nach Kräften zu tun bemüht sind. Das ist nicht immer leicht, manchmal sogar sehr anstrengend. Doch wir alle können viel dazu und füreinander tun, nach unserer je eigenen Begabung und Kraft und im Wissen darum, dass wir hier keine bleibende Stadt haben, sondern die zukünftige suchen, wie das der Hebräerbrief formuliert.

Dazu eine kleine Geschichte:

 Ein wohlhabender Tourist besichtigt ein Kloster. Ein Mönch zeigt ihm freundlich und fröhlich Kapelle und Refektorium, Kreuzgang und Bibliothek. Wo er denn wohne, so ganz privat, erkundigt sich der Tourist; und der Mönch zeigt ihm seine Zelle, sehr klein und sehr bescheiden eingerichtet. „Ja, aber …“, wundert sich der Tourist und fragt: „Wo haben Sie denn Ihre Sachen?“ – „Wo haben Sie Ihre Sachen?“, fragt der Mönch den Touristen. Seine Antwort: „Ich bin ja nur auf der Durchreise.“ – „Ich auch“, erwidert der Mönch.

 

So ist das. Daran lässt sich nicht rütteln: Wir sind alle nur „auf der Durchreise“ und haben hier „keine bleibende Stadt“. Doch solange wir unterwegs sind, dürfen wir dieses Leben voll ausschöpfen und unseren Teil dazu beitragen, dass auch andere leben können, und nicht außen vor bleiben müssen. Unser Leben ist Geschenk und Auftrag gleichermaßen. Möge Gott uns dabei und dazu segnen und uns gerade in dieser Zeit beistehen!

 Amen.

Pfarrer Ingo Gerhard Walter

 

 

Predigt Sonntag Lätare 22.03.2020 Pfarrer Ingo G. Walter

Predigt zum Sonntag Lätare 22.3.2020

Heute könnte schon Ostern sein. Nach den jahrhundertealten Regeln, mit denen der Ostertermin festgelegt wurde – der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang –, ist der 22. März der erste überhaupt mögliche Ostertermin. Heute könnte schon Ostern sein. Doch soweit sind wir dieses Jahr noch nicht. Und was an Ostern sein wird, ist angesichts Corona ebenfalls noch unklar.

 

Aber der heutige Sonntagsname Lätare soll trotzdem schon ein wenig Vorfreude mit sich bringen: Freue dich, heißt er auf deutsch. Die Mitte der Passionszeit ist überschritten. Das Osterfest rückt näher. Wer die Passionszeit in ihrem eigentlichen Sinne ernst nimmt und an sich heranlässt, dem kann sie lang werden, kann eine Durststrecke sein.

Da lädt der Sonntag Lätare zum Ausruhen und Krafttanken ein.

Durststrecken im Leben können unterschiedlich sein. Die zurückliegenden Sommerzeiten sind ein Beispiel dafür, Ermattung, Einsamkeit, Frustration bis hin zum Burn-Out sind weitere.

Auch der Prophet Jesaja kennt solche Durststrecken bereits zu seiner Zeit im 5. Jahrhundert vor Christus. Das jüdische Volk ist aus dem Exil in die Heimat zurückgekehrt, aber der Wiederaufbau fällt schwer.


Da hinein spricht Jesaja im Auftrag Gottes aufmunternde, zukunftsweisende Worte (Jes 66,10-14): Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an dem Reichtum ihrer Mutterbrust. Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Ihre Kinder sollen auf dem Arme getragen werden, und auf den Knien wird man sie liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Ihr werdet's sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des HERRN an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.

 

Geradezu mütterlich geborgen und behütet soll sich das weitere Leben also gestalten und entfalten lassen. Wohlstand und Frieden sollen die Heimgekehrten erleben dürfen. Gott will dafür sorgen und bereits in der momentanen Situation Trost und Halt geben.

 

Uns heute tut das auch gut, wenn wir wissen dürfen, dass Gott über alle Zeiten hinweg seine Menschen nicht im Stich lässt und auch uns nicht alleine lässt und in uns die Hoffnung auf eine bessere Zukunft stärken will. Vertrauen wir – auch gegen den Schein – darauf, dass auch für uns wieder andere Zeiten anbrechen werden - ob bereits zu Ostern oder erst später…die vorösterliche Passionszeit nimmt uns ja hinein in das tiefe Tal, das der Sohn Gottes beschritten hat. Aber er hat es auch erfolgreich durchschritten. Er ist stärker als Leid und Tod. Das mag uns Trost und Hoffnung für uns selbst geben in dieser schweren Zeit.

 

Heute ist noch nicht Ostern. Aber wir können darauf vertrauen, dass wir jeden Tag bereits im österlichen Licht leben – auch dann, ja erst recht dann, wenn alles düster erscheint. 

Amen

Pfarrer Ingo Gerhard Walter

 

 

Predigt Sonntag Okuli 15.03.2020 Pfarrer Ingo G. Walter

Predigtimpuls zu Lukas 9,57–62 zum Sonntag Okuli 15.3.2020

Manchen Dingen muß man ins Auge sehen anstatt sich abzuwenden oder abzulenken – obwohl wir oft gerade dies tun. Wir richten die Sinne auf Angenehmeres, Leichteres und Schöneres, und schieben damit auf, was eigentlich gerade nötig wäre. Vielleicht hat man zu lange die Ernsthaftigkeit der momentanen Coronagefährdung vor sich hergeschoben, vielleicht wusste man es auch tatsächlich nicht besser oder es haperte an den umständlichen Behördenwegen. Wie auch immer: jetzt müssen wir dem, was vor uns liegt, ins Auge sehen und den bestmöglichen Umgang damit finden.

Im Lukasevangelium wird in Kapitel 9, 57-62 auch ein kritischer Blick auf das Verhalten von Menschen geworfen, die sich Jesus zur Nachfolge antragen. Und der schaut genau hin und findet auch sehr deutliche und ablehnende Worte. Die münden in den abschließenden Satz: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“

Jeder Mensch mag seinen eigenen Hintergrund, seine eigenen Beweggründe haben, wie er dann seine Gegenwart und Zukunft gestalten möchte. Aber sind diese Gründe und was mit ihnen verbunden ist, auch hinreichend genug, um damit weiterzugehen oder muß nicht auch mal völlig neu der nächste Schritt angesetzt werden?

In unserem Abschnitt aus dem Lukasevangelium geht es um das Mitgehen auf dem Weg Jesu Christi. Das kann einschneidende Konsequenzen haben. Vorher noch schnell was anderes tun, damit nichts Unerledigtes zurückbleibt? Noch einen Aufschub gewährt bekommen, weil man doch noch nicht ganz soweit ist? Abschied von Liebgewonnenem nehmen mit einer ungewissen Aussicht auf das Kommende? Auf diese Fragen würde Jesus wahrscheinlich antworten: „Jetzt oder nie! Entscheide dich! Sieh nicht zurück auf das, was du hinter dir lässt, sondern dahin, wohin dein weiterer Weg dich führt.“

Oder eben mit dem Bild des Pflügens. In der Zeit der reinen Handarbeit auf den Feldern ein einleuchtender Vergleich. Heute wäre wohl eher ein Bild aus der häuslichen Gartenpflege angebracht: Jeden, der auch nur einen Rasenmäher geschoben hat und dabei mal über die Schulter geschaut hat, überzeugt die Korrektur der Perspektive sofort. Konzentrier dich, guck nach vorne, sonst sieht dein Leben so aus wie dein Rasen: wilde Bahnen kreuz und quer ohne erkennbares Muster. Eiere nicht durch dein Leben, sondern: Augen geradeaus, wenn es was werden soll. Das kann dann eben auch bedeuten, das hinter sich zu lassen, was einen daran hindert, das zu tun, was man selber wirklich will. Aber so extrem gedacht ist das auch nicht gerade das Patentrezept für ein glückliches und gelingendes Leben. Zumindest nicht vorstellbar. Wichtig ist und bleibt der Blick fürs Wesentliche, meistens eben nach vorne. Und es bleibt festzuhalten: Das Leben in der Nachfolge unseres Herrn lässt sich nicht aufschieben, sondern einfach nur angehen und gestalten.

Gegenwärtig sind wir ganz ordentlich herausgefordert, aber auch dazu aufgefordert, ganz genau ins Hier und Jetzt, und erst recht auf das Morgen zu sehen und zu hören. Nicht nur wegen der täglich aktualisierten Warnmeldungen und weiteren Einschränkungen unseres normalen Lebens. Sondern gerade auch was das Gottvertrauen und die Verbundenheit mit unseren Mitmenschen angeht: durch immer weniger Nähe umso mehr Solidarität zeigen, hört sich zwar widersprüchlich an, scheint aber momentan das Richtige zu sein, wenn wir barmherzig mit unserem Nächsten umgehen und weitere Risiken vermeiden wollen.

Ich versuche, hoffnungsvoll in die noch weitere Zukunft zu blicken und freue mich darauf, eines Tages wieder zusammen mit Ihnen in unserer Kirche Gottesdienste feiern zu können. Und vieles andere mehr.

So Gott will.

Amen

Pfarrer ingo G. Walter

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Ausgewählte Predigten

Teilweise zum Nachlesen als pdf oder zum Anhören als mp3.

31.10.201610 neue Thesen zur ReformationPfr. Michael Harrpdf
29.05.2016Predigt, Pfarrer Michael Harr1. Johannesbrief 4, 16-21pdf
30.08.2015Predigt, Pfarrer Michael HarrLukas 10,
25-37
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23.08.2015Predigt, Pfarrer Michael HarrMarkus 7, 31-37pdf
01.02.2015Predigt, Pfarrer Michael HarrMatthäus 20,1-16mp3
25.12.2014Predigt am 1. Weihnachtsfeiertag,
Pfr. Michael Harr
Lukas 2, 1-20pdf
20.01.2013Predigt, Pfr. Michael HarrJohannes 12, 34-41pdf
03.02.2013Gedanken einer KonfirmandinJeremia 20, 7-11apdf
12.08.2012Predigt am Israelsonntag, Pfr. Michael HarrJesaja 62, 6-12pdf
06.05.2012Predigt im ökumenischen Gottesdienst anlässlich des „Festes am Windrad“ im Festzelt am Windrad, Pfr. Michael HarrMatthäus 27, 24.25pdf
19.02.2012Predigt, Pfr. Michael HarrAmos 5, 21-24pdf
11.12.2011Predigt am 3. Advent, Pfr. Michael HarrRömer 15, 4-13pdf
31.07.2011Predigt, Pfr. Michael Harr5. Mose 5, 6-12pdf 
06.03.2011Predigt, Pfr. Michael HarrLukas 10, 38-42pdf 
09.01.2011Predigt, Pfr. Michael HarrMatthäus 4, 12-17pdf