Besinnung

Liebe Leserinnen und Leser,
wer von Ihnen lässt sich nicht gern loben? Nicht wahr, da schließt sich so
schnell niemand aus. Gut, zugegeben – wenn das Lob zu dick aufgetragen
wird, wirkt es peinlich. Aber insgesamt haben es alle doch recht gern, wenn
ihnen ein Wort des Lobes gesagt wird. Denn es wird ja viel mehr getadelt:
„Ich habe dir doch gesagt …“ Es folgt eine Zurechtweisung. „Hast du das
denn schon wieder vergessen?“ Der andere Mensch wird mit der Nase
schmerzhaft auf seinen Fehler gestoßen. Dabei haben nicht bloß bei Kindern
und Jugendlichen die meisten Menschen schon gemerkt, dass ein Lob
viel weiter führt. Ein Lob spornt an. Ein Lob gibt neue Zuversicht. Das gilt für
die Erwachsenen in gleicher Weise.
Zu Ostern geht es auch darum. Für die Christenmenschen seit der Zeit des
Neuen Testaments lautet der zentrale Satz zu Ostern: „Der Herr ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Nun denken Sie vielleicht: Wieso
ist das ein Lob? Das ist doch eine Feststellung, eine Aussage. Und manche
machen ihrem Zweifel Luft. „Das ist es ja, was mir den Glauben so schwer
macht! Das kann ich nicht glauben – dass der Herr auferstanden sein soll!“
Ich möchte Sie einladen, diesen Satz einmal nicht zuerst als Aussage zu
betrachten, sondern als ein Lob. „Der Herr ist auferstanden!“ Dieses Lob
ermutigte schon die Frauen und Männer um Jesus, in seinem Namen weiterzumachen
und immer wieder neu zu beginnen mit dem, was sie durch
Jesus erfahren hatten. Das gilt durch die Zeiten hindurch und hat sich oft
genug bewährt.
Vivit! Er lebt! Der Herr ist auferstanden. Dieses Lob hilft zum Leben. Es entsteht
aus dem Bekenntnis zu Jesus, dessen Leben, dessen Worte und Taten
am Tode nicht zerbrochen sind. Im Gegenteil. Daraus wächst neue Kraft
zum Leben, Lieben und Loben. Lassen Sie sich anstecken zu einem solchem
Osterlob!


In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Osterzeit!


Ihr
Pfr. Ingo G. Walter