Besinnung

Liebe Leserinnen und Leser,
jetzt darf schon wieder die Osterfreude über neues Leben aus der Auferstehung
und nicht zuletzt auch draußen in der Natur ausbrechen. Wie die Zeit
vergeht! Doch hat diese Freudenzeit auch ihre Vorgeschichte: die Passion - eine
Zeit, in der wir dem Leidensweg Jesu Christi nachgehen, bis er am Kreuz stirbt.
Warum musste Gott so etwas zulassen? Einst hatte er doch gesagt, es sei alles
sehr gut...
Wir sehen und hören und spüren ja aber doch, dass es so gut gar nicht ist. Erst
recht, wenn wir uns in diesem Jahr die gewaltsamen Geschehnisse in der Faschingszeit
vor Augen führen. Das beschäftigt uns immer noch. Das lässt Zweifel
und Fragen aufkommen: Wie geht es zu in dieser Welt? Wie kann Gott das
zulassen?
Noch immer gibt es keine hinreichende Antwort darauf. Das müssen wir aushalten.
Das fällt auch schwer. Gott macht das Schlechte und Schlimme nicht,
aber er lässt es zu. Wie ungerecht sieht es daher oft genug in diesem Leben, in
dieser Welt aus. Aber Gott stellt sich auch selbst an die Seite der Leidenden.
Denn er weiß, er kennt, er spürt diesen Schmerz.
Und er gibt ihm eine Richtung: auf Ostern, auf die Auferstehung hin. Der Blick
auf unseren Herrn, auf sein Schicksal und die berechtigte Hoffnung über das
Leiden hinaus – das gibt auch uns Richtung und Anstoß. „Siehe, ich mache alles
neu“ lautet die Zusage an uns Menschen, die uns weiterträgt, auf unser letztes
und höchstes Ziel hin.
Ein näheres Ziel: das Zusammenwachsen unserer beiden Kirchengemeinden.
Die Anfänge dazu sind schon gemacht, und manches davon tritt sichtbar ins
Licht der Öffentlichkeit, beispielsweise in der Gestaltung des aktuellen österlichen Gemeindebriefs.
Dreimal im Jahr wird er nun gemeinsam erstellt und verteilt, neu
zu entdecken sind darin farbliche Hervorhebungen, und bald soll auch ein gemeinsames
Logo allem vorangehen können. An dieser Stelle sei allen herzlich
gedankt, die sich bisher schon tatkräftig eingesetzt haben und dies auch noch
weiter tun – auf eine hoffnungsvolle Zukunft hin, wie sie uns noch viel weitreichender
durch Ostern eröffnet wird.
In diesem Sinn: Frohe Ostern!
Ihr
Pfr. Ingo G. Walter