Besinnung

Liebe Groß- und Klein-Ingersheimer*innen,Advent ist eine Zeit des Wartens und Vorbereitens, so wie auch eine Schwangerschafteine Warte- und Vorbereitungszeit ist. Zur Adventszeit gehört die Geschichtevon der Schwangerschaft Marias. Lukas berichtet uns im ersten Kapitel seinesEvangeliums davon:Ein Bote Gottes erscheint Maria, einer einfachen jungen Frau im Dorf Nazareth. Erkündigt Maria die Schwangerschaft an. Sie wird ein ganz besonderes Kind gebären.Ein Gotteskind! Und Lukas überliefert uns das Loblied der schwangeren Maria, das„Magnificat“:„Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes;denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen…Er stößt die Gewaltigenvom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässtdie Reichen leer ausgehen….“ (Lukas 1, 46-55)Maria ist schwanger, „guter Hoffnung“, wie man auch sagt. Sie hofft nicht nur aufeinen guten Ausgang ihrer Schwangerschaft und auf ein gesundes Kind. Maria istschwanger mit der Hoffnung auf gerechtere Verhältnisse. Nichts weniger als revolutionäre,umwälzende Hoffnungsgedanken hören wir in Marias Loblied:„Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllter mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen...“Ein Grund für diese unglaubliche Hoffnung liegt in ihrer ganz persönlichen Erfahrung:Gott hat ausgerechnet sie, die einfache junge Frau, angesehen und ausersehen!Gottes Herz schlägt für die Armen, die Schwachen, die Ausgegrenzten. Mariaträgt eine lebendige Hoffnung unter ihrem Herzen und in ihrem Herzen.Der erstaunliche Text des Magnificat ist seit Jahrhunderten von ungezählten großenKomponisten vertont worden.Das Ergänzungsheft zum Gesangbuch „Neue Lieder plus“ bietet uns nun ein neuesAdventslied an, das sich auf das Magnificat bezieht:„Mit dir, Maria, singen wir, von Gottes Heil in unsrer Zeit. Uns trägt die Hoffnung,die du trägst: Es kommt der Tag, der uns befreit.“So der Refrain.Möge Marias Lob- und Hoffnungslied Saiten auch in unseren Herzen zum Schwingenbringen! Das ist mein Wunsch für die Adventszeit.

Ihre Pfarrerin Petra Frey