Abschied von Ingersheim

Pfarrer Michael Harr und Dorothea Ziesenhenne-Harr

Im August 1981 sind meine Frau Dorothea, unsere Tochter Regine und ich von Pfalzgrafenweiler im Schwarzwald hierher nach Großingersheim gezogen. In Pfalzgrafenweiler hatten wir zwei Jahre lang als Vikarin und Vikar unseren Dienst in der Kirchengemeinde getan.

Nun begann für uns eine neue Zeit, denn der Evang. Oberkirchenrat hatte mir die Versehung der Pfarrstelle Großingersheim übertragen. Für ein Jahr, so war es zunächst geplant, wurde ich der Nachfolger von Ilse Frank. Danach sollten wir eigentlich weiterziehen.

Unsere erste Wohnung war im alten Pfarrhaus im Mühlweg, wo wir bis Ende Dezember 1982 unter etwas prekären Verhältnissen, besonders im Winter, lebten. Von daher war es für uns eine gute Nachricht, dass im März 1982 mit dem Neubau des Pfarrhauses im Pfarrgarten begonnen wurde. Kurz vor Weihnachten 1982 konnten wir in das neue Haus einziehen. Schon bald füllte sich das Haus mit buntem Kinderleben. Im Mai 1983 wurde unsere zweite Tochter Simone geboren und später unsere zwei anderen Kinder Christian 1985 und Marianne 1988.

Aus diesem geplanten einem Jahr sind mittlerweile erstaunliche 36 geworden. Es waren in vieler Hinsicht spannende und erfüllte Jahre. Ich bin vielen dankbar, die mir geholfen haben, zunächst als sehr junger Pfarrer dieses Amt in Großingersheim auszufüllen und die vielfältigen Situationen in einer solch großen Gemeinde zu bewältigen.

Nach dem Neubau des Pfarrhauses kam die Renovierung der Martinskirche. Und dann stand vor allem der Aufbau der Jugendarbeit an. Die ersten Jahre traf sich die aus kleinen Anfängen immer größer werdende Jugendgruppe bei uns im Pfarrhaus.

Es hat immer ein vertrauensvolles und kooperatives Verhältnis im Kirchengemeinderat gegeben. Auch wenn mitunter Dinge verschieden gesehen wurden, wurden immer wieder tragfähige Lösungen gefunden. Für diese gute und freundschaftliche Zusammenarbeit in all den Jahren bedanke ich mich bei den früheren und gegenwärtigen Mitgliedern des Gremiums herzlich. Mein spezieller Dank gilt den Sekretärinnen Hannelore Burgmann, Hannelore Zeltwanger und Stefanie Würth. Sie haben in besonderer Weise meinen manchmal eigenwilligen Arbeitsstil  geduldig mitgetragen.

Ich, Dorothea, bedanke mich an dieser Stelle ausdrücklich für die tatkräftige Unterstützung während meines Vikariats in Asperg Dezember 1992 - März 1994 bei allen in der Kirchengemeinde. Auch die wohlwollende Akzeptanz meiner beruflichen Tätigkeiten mit vielen Auswärtsterminen und wochenlangen Auslandsaufenthalten hat mir gut getan. Danke!

Als Familie sind wir dankbar für viele gute und freundschaftliche Beziehungen, die sich über die Jahre hinweg aufgebaut haben. Wir hoffen, dass davon vieles erhalten bleibt, und freuen uns, dass wir in Berlin bereits mit etlichen dort beheimateten Ingersheimerinnen in Kontakt sind.

Am 4. März 2018 um 9.30 Uhr wird in der dann ein weiteres Mal renovierten Martinskirche der Abschiedsgottesdienst stattfinden.

In den Wochen danach ziehen wir nach Berlin um und damit in eine Richtung, in der wir familiäre „Wurzeln und Äste“ haben. Wir sehen dort unseren neuen Platz und hoffen, noch lange und gesund in dieser interessanten Stadt mit ihren Um- und Aufbrüchen leben und uns aktiv einbringen zu können.

Wir freuen uns, wenn viele Weggefährtinnen und – gefährten der vergangenen Jahrzehnte mit uns diesen Gottesdienst feiern und laden dazu herzlich ein.

Ach ja, einen Wunsch gibt es noch. Wer die Nachfolge antreten wird, möge bitte so wenig wie möglich hören müssen: „Der Pfarrer Harr hat das aber so oder so gemacht.“ Wer auch immer kommt, wird es mit Recht anders und anders gut machen.

Gott befohlen und auf Wiedersehen!

Michael Harr und Dorothea Ziesenhenne-Harr