Besinnung

Liebe Gemeinde,

das ist nun die letzte Besinnung in dem ich mich an Sie wende, bevor ich in den Ruhestand gehe und meine Frau und ich nach Berlin ziehen.

Zunächst ist dazu zu sagen: Es ist völlig normal, dass jemand in den Ruhestand geht und ebenso ist es normal, dass es einen Wechsel auf einer Pfarrstelle gibt. Ungewöhnlich war meine sehr lange Dienstzeit in derselben Gemeinde, die nun nach bald 37 Jahren zu Ende ist. Darum ist der Abschied zwar schmerzlich, aber eben auch an der Zeit.

Was bleibt? Was nehmen wir mit? Für mich ist das als erstes die Dankbarkeit für die vielen schönen und guten Erfahrungen, die wir miteinander machen durften. Es ist die Dankbarkeit für allen Segen, den wir in diesen Jahren hier miteinander empfangen haben.

Im 23. Psalm heißt es „Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.“ Das sind Worte des Vertrauens, die einen Menschen auf seinem Weg begleitet und getragen haben. Dieses Vertrauen zu Gott brauchen wir – damit und davon können wir leben. Das möchte ich als ein schlichtes Wort zum Abschied sagen. Darauf kommt es an, dass wir das Vertrauen zu Gott, das Jesus in unsere Herzen legt, festhalten. Damit können wir tapfer und mit Zuversicht unserer Zukunft, der unserer Gemeinde und auch der Zukunft dieser Welt entgegensehen. Was auch geschieht: Dieser Gott ist da und er gibt uns immer wieder neu einen weiten Raum und ein weites Herz. Und darin sehe ich die wichtigste Aufgabe, die Kirche hat: Dieses Vertrauen lebendig zu erhalten und zu diesem Glauben einzuladen. Das ist der Glaube, der die Herzen der Menschen verändern kann. Und das ist der Glaube, der diese Welt verändern kann – hin zum Guten, hin zu einem anderen Leben als dem, in dem die, die an der Macht sind, die anderen drücken und für ihre Zwecke ausnützen können.
So gibt uns Jesus Christus eine Hoffnung für diese Welt und für das, was nach dieser Welt und diesem Leben kommt.

Ich nehme Abschied mit Dankbarkeit.

Gott befohlen!
Ihr Michael Harr